Gedolmetscht oder übersetzt – g’hupft wie g’hatscht? | Headset hängt über der Kante des Bildschirms

Dolmetschen oder Übersetzen – g’hupft wie g’hatscht?

* Österreichisch für: „gehupft wie gesprungen“

MMag. Katarina Rohsmann, MA

MMag. Katarina Rohsmann, MA

Was ist der Unterschied zwischen Dolmetschen und Übersetzen – oder ist doch alles g’hupft wie g’hatscht? *

Dolmetschen oder Übersetzen – g’hupft wie g’hatscht?

* Österreichisch für: „gehupft wie gesprungen“

Im Alltag wird „Dolmetschen“ und „Übersetzen“ oft synonym verwendet. Dabei sind Dolmetscher*in und Übersetzer*in unterschiedliche Berufe. Wollen Sie wissen, wie man sie unterscheidet und welche Formen des Dolmetschens es gibt? Hier kommt die Antwort.

Keine Sorge, falls Sie den Unterschied zwischen „Dolmetschen“ und „Übersetzen“ verwirrend finden. Selbst Qualitätszeitungen haben damit ihre Probleme. Was würden Sie von einem Zeitungsartikel mit dem Titel „Sie übersetzt, was der Mörder sagt“ erwarten? Einen Bericht über eine Dolmetscherin beim Strafgericht oder über eine Literaturübersetzerin mit Vorliebe für Kriminalromane?

Was die Verwirrung perfekt macht, ist die Tatsache, dass viele Übersetzer*innen auch dolmetschen und umgekehrt – auch ich selbst biete Leistungen aus beiden Bereichen an. Doch eigentlich ist der Unterschied rasch erklärt.

Übersetzen ist schriftlich, Dolmetschen mündlich

Ein Vertrag, eine Urkunde oder ein Roman werden übersetzt – eine internationale Konferenz oder eine Zeugeneinvernahme werden gedolmetscht.

Allerdings kann es auch vorkommen, dass in einer mündlichen Gesprächssituation ein Dokument vorgelegt wird, das spontan – mündlich – in einer anderen Sprache wiedergegeben werden muss (man bezeichnet das als „vom Blatt Übersetzen“ oder auch „vom Blatt Dolmetschen“).

Dolmetscher*innen kommen in den unterschiedlichsten Situationen ins Spiel: Bei Plenarsitzungen im EU-Parlament, internationalen Kongressen, Behördenterminen, Betriebsführungen – aber auch bei Gesprächen, die normalerweise unter vier Augen stattfinden (wie etwa medizinischen Untersuchungen oder Therapiesitzungen).

Alle diese Fälle haben eines gemeinsam: Die Beteiligten können nicht direkt miteinander kommunizieren, weil sie keine gemeinsame Sprache sprechen (zumindest nicht auf dem für die Situation nötigen Niveau). Wobei: In der Diplomatie wird aus strategischen Gründen oft selbst dann gedolmetscht, wenn man sich auch auf direktem Weg verstehen würde.

Simultandolmetschen: wenn mehrere gleichzeitig reden, damit sich alle verstehen

Konferenzdolmetscher*innen bei Veranstaltungen, der EU oder internationalen Organisationen sitzen in einer Kabine und dolmetschen simultan (also nur geringfügig zeitversetzt). Die Zuhörer*innen verfolgen die gedolmetschten Reden über Kopfhörer mit, wobei sie meistens zwischen mehreren Sprachen wählen können. Gedolmetscht wird (hauptsächlich) in eine Richtung: Eine Person spricht von einem Podium oder Rednerpult aus, während alle anderen zuhören. Gibt es Fragen aus dem Publikum, wird ausnahmsweise auch in die „Gegenrichtung“ gedolmetscht.

Kann aus praktischen Gründen keine Konferenztechnik eingesetzt werden, kommen beim Simultandolmetschen auch mobile Geräte zum Einsatz. Mit Hilfe von Personenführungsanlagen (sogenannten „Flüsterkoffern“) kann man sich auch in größeren Gruppen flexibel bewegen, sei es in Gebäuden oder im Freien. Diese Variante bietet sich auch dann an, wenn in einem Konferenzsaal keine fix montierte Technik vorhanden ist.

Soll nur für ein oder zwei Personen gedolmetscht werden und steht kein Flüsterkoffer zur Verfügung, kommt manchmal das klassische Flüsterdolmetschen zum Einsatz. Bei dieser Technik sitzt man direkt hinter den Personen, für die gedolmetscht wird, und flüstert ihnen quasi direkt ins Ohr.

Und in den letzten Jahren werden Gespräche und Veranstaltungen immer häufiger remote (online über Videokonferenz-Programme wie Zoom oder über Telefon) gedolmetscht.

Für kürzere Beiträge im kleineren Rahmen: Konsekutivdolmetschen

Bei etwas kleineren Veranstaltungen wird häufig konsekutiv gedolmetscht. Dabei macht man sich Notizen vom Redebeitrag und gibt das Gesprochene im Anschluss wieder.

Das Konsekutivdolmetschen wird etwa bei Tischreden oder für Beiträge einzelner Podiumsteilnehmer*innen eingesetzt, die eine andere Sprache sprechen. Der Vorteil dabei ist, dass keine spezielle Technik benötigt wird.

Allerdings ist beim Konsekutivdolmetschen entsprechend mehr Zeit einzuplanen. Zu bedenken ist auch, dass längeres Konsekutivdolmetschen auf die Zuhörer*innen ermüdend wirken kann.

Von Angesicht zu Angesicht: Dolmetschen im Dialog

Vom Konferenzdolmetschen unterscheidet man das Dialog- bzw. Gesprächsdolmetschen, bei dem der*die Dolmetscher*in unmittelbar an einem Gespräch teilnimmt. Auch hier wird konsekutiv gedolmetscht, aber in beide Sprachrichtungen – also „im Dialog“.

Je nach Gesprächszweck und Situation spricht man beispielsweise vom Gerichts-, Behörden- oder Verhandlungsdolmetschen (etwa bei Treffen von internationalen Geschäftspartner*innen). Auch das Begleitdolmetschen, bei dem eine Person zum Beispiel auf einer Geschäftsreise zu verschiedenen Terminen „begleitet“ wird, fällt in diese Kategorie. Und es gibt noch viele weitere Einsatzbereiche für das Dialogdolmetschen, von Arztterminen über die Arbeit mit Flüchtlingen bis hin zu Psychotherapiesitzungen.

Meine Leistungen

Gerne unterstütze ich Sie in meinen Arbeitssprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch als Dialog- und Konsekutivdolmetscherin. Falls Sie Dolmetscher*innen für eine Konferenz benötigen, vermittle ich Ihnen gerne geeignete Kolleg*innen aus meinem Netzwerk.

Inhaltlich arbeite ich vor allem in den Themenbereichen Recht, Wirtschaft, Politik, internationale Beziehungen, Sozial- und Geisteswissenschaften – von Geschäftsverhandlungen über Begleitung bei Terminen bis hin zum wissenschaftlichen Bereich.

Mein Bürositz ist in Wien – gerne übernehme ich aber auch Aufträge in anderen Regionen oder unterstütze Sie remote!

Sie sind noch unsicher, welche Form des Dolmetschens Sie benötigen? Kein Problem – gemeinsam finden wir die passende Lösung!
Kommen wir ins Gespräch!

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